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Mai
16

Neue Begriffe bringen die Elementarpädagogik nicht weiter

zum Änderungsvorschlag des Bundesministeriums für Familie und Jugend zur Vereinbarung gem. Art. 15a B-VG über den Ausbau des institutionellen Kinderbetreuungsangebotes

Neue Begriffe bringen die Elementarpädagogik nicht weiter

(NL/6869628819) Die Plattform EduCare freut sich über die Änderungen der Wortwahl KinderBILDUNGS- und betreuungseinrichtung in der wir zumindest den Ansatz zu einem Bekenntnis zum Kindergarten als Bildungseinrichtung sehen. Wir begrüßen auch die explizite Einbeziehung der Tagesmütter/-väter/-eltern in das Vertragswerk und einzelne Änderungen zum Betreuungsschlüssel sowie zu den Öffnungszeiten.

Qualität vor Quantität

Weniger erfreut uns, dass für jene 350 Millionen Euro die bis 2017 in den elementaren Bildungsbereich fließen sollen, wiederum keinerlei konkreten Maßnahmen für die Durchsetzung der qualitativen Weiterentwicklung festgelegt werden. Wieder einmal wird von der Erarbeitung von Empfehlungen von Mindeststandards gefaselt. Wieder einmal wurde es verabsäumt, gesetzliche, den internationalen Empfehlungen folgende Qualitätsstandards vorzuschreiben.

Und so bleibt alles beim Alten: jedes Bundesland legt die Vereinbarung aus, wie es will.

Ein Bundesrahmengsetz ist gefordert

Die längst fällige Qualitätsverbesserung im elementaren Bildungs- und Betreuungsbereich lässt sich nicht durch das Erarbeiten von Empfehlungen über Mindeststandards in der Kinderbetreuung herstellen.

Notwendig dazu ist ein von der Plattform EduCare seit Jahren gefordertes BundesRahmengesetz, das Qualitätskriterien entsprechend internationaler Empfehlungen festlegt – siehe dazu den von der Plattform EduCare erstellten Entwurf unter http://www.plattform-educare.org/2013/BRG Final 2013-07-13.pdf, der von maßgeblichen Seiten unterstützt wird.

Die Ausbildung von KindergartenpädagogInnen ist neuerlich kein Thema

Wieder einmal stellen wir fest, dass die längst fällige Akademisierung der pädagogischen Kernfachkräfte nicht angesprochen wird.

Dabei wird völlig ignoriert, dass sich bereits mehrere Ausbildungsträger auf den Weg gemacht haben und akademische Ausbildungen anbieten, deren AbsolventInnen in 3-4 Jahren im Berufsfeld ankommen werden:

· Universitätslehrgang Salzburg – http://www.virgil.at/de/bildung/aktuelle-veranstaltungen/lehrgaenge/universitaetslehrgang-fuer-elementarpaedagogik-ma-eced/;

· Bachelor-Lehrgang FH Campus Wien – http://www.fh-campuswien.ac.at/bachelor___master/soziales/bachelor/sozialmanagement_in_der_elementarpaedagogik/ueberblick/;

· KIWI-Lehrgang babe – http://www.babeplus.at/

Die Empfehlungen der ExpertInnengruppe im Rahmen der PädagogInnenBildungNEU, die akademische Ausbildung von KindergartenpädagogInnen im Verband mit allen pädagogischen Berufen anzubieten, wird weiterhin vernachlässigt.

Österreich ist damit das einzige Land in Europa, das seine Kindergartenpädagoginnen auf sekundärer Ebene ausbildet.

Mit dieser Ignoranz der Bundesregierung entsteht die Gefahr eines Wildwuchses der akademischen Ausbildungsangebote und nicht vergleichbarer Abschlüsse.

Nachhaltigkeit ist nicht vorgesehen

Die erneute Festlegung der Kostenübernahme innerhalb einer befristeten §15a-Vereinbarung für Länder und Gemeinden erschwert nachhaltige Maßnahmen, wie beispielsweise die Weiterführung und Finanzierung des Gratiskindergartens oder zeitgemäße Öffnungs-/Schließzeiten.

Was geschieht, wenn der Bund die Kosten einfach einstellt? Dürfen die Eltern dann wieder für kürzere Öffnungszeiten mehr bezahlen?

Elementare Bildung braucht mehr als neue Begriffe

Um dem Bildungsauftrag der elementaren Einrichtungen gerecht zu werden, muss der Bund

1. ein längst fälliges BundesRahmengesetz erlassen;

2. die Ausbildung von KindergartenpädagogInnen in die Reform der PädagogInnenbildungNEU einbinden;

3. den Ländern und Gemeinden verbindlich mehr finanzielle Mittel im Rahmen des Finanzausgleiches zur Umsetzung zur Verfügung stellen.

Insgesamt betrachten wir den vorliegenden Entwurf als wenig ambitioniert.

Rückfragen an:

Mag. Dr. Heidemarie Lex-Nalis
Steuerndes Mitglied der Plattform EduCare
Telefon: 43 (664) 4634580
E-Mail: heide.lex-nalis@plattform-educare.org
Internet: http://www.plattform-educare.org/mitgliederdetails2.htm#Lex-Nalis

Siehe auch:

1. Positionen der Plattform EduCare für ein Bundesrahmengesetz für elementarpädagogische Bildungseinrichtungen
http://bundesrahmengesetz.info/Gesetzesvorschlag.htm

2. Gesetzesvorschlag der Plattform EduCare

http://bundesrahmengesetz.info/Bundesrahmengesetzvorschlag2013.pdf

3. Positionen / Reaktionen auf die Vorschläge der Plattform EduCare

· Arbeiterkammer: „Die AK setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, mehr Plätze in der Kinderbetreuung zu schaffen. Diese müssen aber durchgängig von hoher Qualität sein“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. „Das kann mit einem Bundesrahmengesetz sichergestellt werden, in dem Standards zu Gruppengrößen, Betreuungsschlüssel und anderen Rahmenbedingungen vorgeben werden, die nirgends unterschritten werden dürfen. Nur dann kann der Auftrag als elementare Bildungseinrichtung von Krippen und Kindergärten auch wirklich erfüllt werden.“

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130718_OTS0082/?utm_source=2013-07-18&utm_medium=email&utm_term=inline&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

· Bundeskinderfreunde: „Wir können uns nur immer wieder wiederholen:Kindergärten sind elementare Bildungseinrichtungen und als solche brauchen sie bundesweit einheitliche Standards und Rahmenbedingungen.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130718_OTS0120/?utm_source=2013-07-18&utm_medium=email&utm_term=inline&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

· GRÜNE: „Wir brauchen endlich einheitliche Bildungsstandards und eine einheitliche Qualität für alle Kinder vom Boden- bis zum Neusiedlersee. Derzeit hängt es von der Postleitzahl ab, wie viel Platz und welche Rahmenbedingungen Kinder in Kindergärten und Krippen vorfinden.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130718_OTS0128/?utm_source=2013-07-18&utm_medium=email&utm_term=inline&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

· Industriellenvereinigung: „Alle Kinder verdienen von Beginn an gerechte Bildungschancen. Dafür braucht es aber endlich österreichweit einheitliche und verbindliche Qualitätsstandards in den elementarpädagogischen Einrichtungen. Die Industrie unterstützt daher die Forderung nach einem Bundesrahmengesetz zur Sicherung der Qualität und Vereinheitlichung der Rahmenbedingungen für alle österreichischen Kindergärten.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130718_OTS0130/?utm_source=2013-07-18&utm_medium=email&utm_term=inline&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

· Kinderfreunde Wien: „Wenn wir für unsere Kinder in die Zukunft blicken, dann orientieren wir uns mit der Forderung nach einem Bundesrahmengesetz nicht am Mittelfeld, sondern an den Besten“

· http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130718_OTS0148/?utm_source=2013-07-18&utm_medium=email&utm_term=inline&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

· NEOS: „Die Plattform EduCare der Kinderbetreuungsberufe fordert ein Bundesrahmengesetz für die Elementarpädagogik, das Qualitätsstandards festlegt. NEOS unterstützt diese Forderung und ruft die Regierung zum Handeln auf: „Die geplante freiwillige Vereinbarung der Bundesländer ist gescheitert, jetzt brauchen wir klare Rahmenbedingungen, auf die sich die Eltern verlassen können.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130718_OTS0063/?utm_source=2013-07-18&utm_medium=email&utm_term=inline&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

· Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga): Die Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) befürwortet den heute von der Plattforum EduCare präsentierten Entwurf eines einheitlichen Bundesrahmengesetzes, das international vergleichbare Qualitätsstandards für alle Kindergärten in Österreich garantiert

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130718_OTS0137/?utm_source=2013-07-18&utm_medium=email&utm_term=inline&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

· ÖGB: Die Grundlagen für eine erfolgreiche Bildungskarriere werden bereits im Vorschulalter gelegt. Der Kindergarten ist daher keine Aufbewahrungsstelle für Kinder, sondern eine Bildungseinrichtung, in der schon sichergestellt wird, dass alle Kinder die gleichen Bildungschancen haben. Um die hohen Anforderungen erfüllen zu können, brauchen ElementarpädagogInnen österreichweit die gleichen Bedingungen.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130718_OTS0161/?utm_source=2013-07-18&utm_medium=email&utm_term=inline&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

· Parlament: Seitens der SPÖ wurde daher 2006 und seitens der GRÜNEN 2009 ein Entschließungsantrag betreffend ein Bundes-Verfassungsgesetz, mit dem das Bundes-Verfassungsgesetz geändert wird, und für ein Bundesgrundsatzgesetz über die Errichtung, Erhaltung und Auflassung von öffentlichen Kindertagesstätten eingebracht (Schaffung einer Bundeskompetenz für die Grundsatzgesetzgebung in Angelegenheiten der Ausübung öffentlicher Kinderbetreuungseinrichtungen).

http://bundesrahmengesetz.info/geschichte.htm

· St. Nikolaus Kindertagesheimstiftung in der Erzdiözese Wien: Der Wandel des Kindergartens von einer „Betreuungseinrichtung“ zu einer „Bildungseinrichtung“ ist formal schon vielfach vollzogen. Der Kindergarten wird – Gott sei Dank – schon oft als erste Bildungsinstitution gesehen und eben nicht mehr als Vorbereitung auf den „eigentlichen“ Beginn der Bildungskarriere, als „Vor-Schule“. Bildung beginnt mit dem ersten Tag des Lebens. Folgerichtig kommt den frühen Kinderjahren und ihren Bildungseinrichtungen eine besondere Bedeutung zu.

Aber warum gibt es keine grundlegenden Reformen in diesem Bereich? Derzeit gibt es neun Landesgesetze mit unterschiedlichen Qualitätsstandards betreffend Gruppengröße, Personal, Ausstattung etc. Eine einheitliche Gesetzesgrundlage in ganz Österreich würde die Qualitätsstandards im Elementarbereich sicherstellen.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130718_OTS0005/?utm_source=2013-07-18&utm_medium=email&utm_term=inline&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

Die Plattform EduCare versteht sich als Arbeitsgemeinschaft von Pädagoginnen und Pädagogen, Trägerorganisationen, Interessensgemeinschaften sowie von Eltern und engagierten Einzelpersonen aus dem elementaren und außerschulischen Bildungsbereich.
Hinter der Plattform EduCare steht keine staatliche, kirchliche, politische oder private Organisation. Sie wird getragen vom gemeinnützigen Verein zur Förderung der Elementarpädagogik. Die Koordination des Netzwerkes der Plattform EduCare wird vom Steuerteam wahrgenommen.


Heidemarie Lex-Nalis
Krausegasse 7a/10
1110 Wien
43 (664) 4634580
heide.lex-nalis@plattform-educare.org
http://www.Plattform-EduCare.org

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